Good to Know
Bayer Leverkusen wird in mehr als 40 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit nie Deutscher Meister aber gerne mal Zweiter in der Tabelle. Das bringt dem Klub den Spitznamen „Vizekusen“ ein. Das ist bekannt. Dass sich Bayer Leverkusen in den letzten 30 Jahren durch drei besondere Merkmale in der Auswahl seiner Spieler ausgezeichnet hat, wissen aber nur wenige.
„Brasilianer - com muito gosto“: Kein anderer Verein hat mehr Fußballprofis aus Brasilien in die Bundesliga geholt als Bayer 04 Leverkusen. Alles beginnt im Jahr 1987 mit der Verpflichtung von Tita. Der Mittelfeldspieler, bürgerlich Mílton Queiroz da Paixão, hilft 1988 maßgeblich, dass Leverkusen den UEFA-Cup gewinnt. Ihm folgen u. a. die späteren Weltmeister Jorginho, Paulo Sergio und Lucio sowie Emerson, Robson Ponte, Zé Elias oder der legendäre Zé Roberto. Insgesamt hat Bayer 04 bis Dezember 2019 bereits 23 brasilianische Spieler unter Vertrag genommen.
„Super-Ossis“: Schneller als die Konkurrenz ist Bayer nach der innerdeutschen Grenzöffnung 1989. Wolfgang Karnath, Bayer-Urgestein und später u. a. Spielerberater von Matthias Sammer, holt im November 1989 im Auftrag von XXL-Manager Reiner Calmund beim WM-Qualifikationsspiel Österreich gegen die DDR (3:0) in Wien den ostdeutschen Superstar Andreas Thom zu Bayer. Thom wird erster DDR-Spieler in der Bundesliga, es folgen u. a. Ulf Kirsten und Heiko Scholz. Nur der Dresdner Matthias Sammer soll nicht auch noch an den Rhein wechseln. Sammer landet beim VfB Stuttgart und führt die Schwaben 1992 ausgerechnet in Leverkusen zur Deutschen Meisterschaft. „Was seid Ihr für Idioten?“, entfährt es Karnath, „mit Sammer wärt Ihr Deutscher Meister geworden!“ Urban legend has it, dass der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl gegen einen Wechsel von Sammer nach Leverkusen gewesen ist. Ob es stimmt und ausschlaggebend gewesen ist, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Karnath vertritt diese These auch noch mehr als 30 Jahre später.
„Alte Männer“: Altstars unter dem Bayer-Kreuz. Rudi Völler (1994 – 1996), Bernd Schuster (1993 – 1996) und Michael Ballack (Saison 2012/13) spielen im Herbst ihrer Karriere noch einmal für die „Werkself“. „Alles wirkte ein bisschen grau, fast lieblos“, erinnert sich Rudi Völler Jahre später in 11 FREUNDE an seinen ersten Auftritt im Haberland-Stadion am 15. November 1980 mit 1860 München (1:1), „nur hier und da verirrten sich ein paar Zuschauer.“ Dass er ab 1994 als Spieler und seit 1996 als Sportdirektor selbst maßgeblichen Anteil daran haben würde, das Plastik-Image zu verändern, kann „Rudi Nationale“ damals nicht ahnen.
51 Pflichtspiele ohne Niederlage – Bayer Leverkusen stellte in der Saison 2023/24 einen historischen Rekord auf. Von Anfang der Saison bis zum verlorenen EL-Finale gegen Atalanta Bergamo blieb die Mannschaft von Xabi Alonso ungeschlagen. Es war die längste Serie ohne Niederlage, die ein deutsches Team jemals hingelegt hat, und eine der längsten in der Geschichte des europäischen Fußballs.
