Für die Hater
Höchste Heim-Niederlage: 3:6 gegen Mönchengladbach 2010
Drei Heimklatschen prägen die Statistik, doch das 3:6 gegen Gladbach 2010 ist die schwärzeste Stunde unter dem Bayer-Kreuz.
Die höchste Heim-Niederlage von Bayer Leverkusen: Die höchste Heim-Niederlage von Bayer Leverkusen (Stand: Dezember 2019) gibt es ausgerechnet in einem der vielen rheinischen Derbys. Am 14. Februar 1981 verliert Bayer 04 gegen Borussia Mönchengladbach mit 1:5. Am 21. Januar 1984 triumphieren auch die Bayern mit dem gleichen Ergebnis im Ulrich-Haberland-Stadion. Desaströs ist das 3:6 vom 29. August 2010, wieder gegen Mönchengladbach.
Nie zuvor hat Leverkusen sechs Gegentore in einem Bundesliga-Heimspiel hinnehmen müssen. Ähnlich peinlich: Am 8. Spieltag der 2. Bundesliga Nord gibt es in der Saison 1977/78 ein 0:4 gegen Rot-Weiß Lüdenscheid.
0:7 in Dortmund — die höchste Auswärtsniederlage
Die deutlichste Auswärtspleite kassiert Bayer 04 nicht in der Bundesliga, sondern eine Liga tiefer beim BVB.
Höchste Auswärtsniederlage: Die höchste Auswärtsniederlage gibt es gegen Borussia Dortmund. Aber nicht in der Bundesliga, sondern in der 2. Bundesliga NORD. In der Saison 1975/1976 schlägt der BVB den SV Bayer 04 Leverkusen am 12. Spieltag mit 7:0.
Fünf Pleiten am Stück: Negativrekord 2002/03
Im Frühjahr 2003 gerät die Werkself in eine Serie, wie sie es davor und danach nicht mehr erlebt.
Längste Niederlagenserie: Die längste Niederlagenserie gibt es in der Saison 2002/03. Fünf Spiele hintereinander verliert die „Werkself“ vom 17. bis zum 21. Spieltag.
18 Niederlagen pro Saison — gleich zweimal Negativrekord
Den Saison-Negativrekord teilt sich die Zweitliga-Spielzeit 1975/76 mit der Bundesliga-Saison 1981/82.
Die meisten Niederlagen pro Saison: Die meisten Niederlagen pro Saison gibt es gleich zwei-mal. 18 Spiele verliert Bayer Leverkusen sowohl in der Zweitligasaison 1975/6 als auch in der Bundesliga in der Saison 1981/82.
13 Spiele ohne Sieg — die längste Sieglos-Serie
Zwei Spielzeiten teilen sich den Negativrekord für die längste Sieglos-Serie der Farbenstädter.
Meisten Spiele hintereinander ohne Sieg: Auch diesen Negativrekord gibt es gleich zwei-mal. 13 Spiele in Folge ohne Sieg schaffen die Farbenstädter sowohl in der Saison 1980/81 als auch in der Spielzeit 1995/96.
Pokal-Blamage 2011: 3:0 in Dresden verspielt
Beim Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden verspielt Ballacks Bayer-Elf eine 3:0-Führung in nur 22 Minuten.
Peinlichste Wende in einem Pokal-Spiel: Die peinlichste Wende in einem Pokal-Spiel von Bayer 04 liefern Michael Ballack und Co. 2011 in Dresden Eine 3:0-Führung der Leverkusener dreht der Zweitliga-Aufsteiger in nur 22 Minuten in ein 3:3 und drei Minuten vor dem Ende der Verlängerung wird das Rudolf-Harbig-Stadion durch das 4:3 für Dynamo endgültig zum Tollhaus. Leverkusen ist blamiert.
2:10 gegen Barça — die größte Europapokal-Pleite
Im Champions-League-Achtelfinale 2011/12 wird Bayer 04 vom FC Barcelona regelrecht zerlegt.
Nichts zu korrigieren gibt es bei der international größten Pleite im Champions-League-Achtelfinale 2011/12: 2:10 in der Addition gegen den FC Barcelona. In einer CL-Gruppenphase bedeutet das 0:5 gegen Manchester United am 27. November 2013 die höchste internationale Pleite. In der Bundesliga gibt sich die ,,Werkself“ rein ergebnismäßig nie peinlicher als beim 1:6 bei Aufsteiger Hannover 96 am 26. März 1988 (Stand jeweils Dezember 2019).
Vizekusen 2002: Fünf Punkte Vorsprung verspielt
Drei Spieltage vor Schluss führt Bayer mit fünf Punkten — und gibt die Meisterschaft trotzdem an Dortmund ab.
In zwei Spielen fünf Punkte Vorsprung vergeigt: Die Saison 2001/02 sieht Bayer Leverkusen drei Spieltage vor dem Ende eigentlich schon als Meister. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund, was soll da noch schiefgehen? Kurz gesagt: So ziemlich alles!
Eine zu lässige Heim-Vorstellung gegen Werder Bremen (1:2) mit einem verschossenen Elfmeter von Keeper Hans-Jörg Butt und dann ein 0:1 beim abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg! Dortmund gewinnt seine beiden Spiele gegen Köln und in Hamburg (2:1 u. 4:3) und zieht an Bayer vorbei. Vor dem letzten Spiel gegen die Hertha hat es der ,,ewige Zweite“ nicht mehr in der eigenen Hand.
Mit leichenbitterer Miene sitzen Manager Reiner Calmund und Trainer Klaus Toppmöller im Presseraum des Nürnberger Stadions. ,,Et is in unserer Gesellschaft nun mal so, dass nur Titel zählen“, sinniert Calmund, ,,und wenn du keinen Titel holst, dann kannst‘ das Ding abhaken!“ Stimmt. Dortmund wird Meister, Bayer Zweiter, Haken dran. ,,Vizekusen“ – und ein Fest für Spötter. Im Dortmunder Westfalenstadion rollen sie vor dem Finale gegen Bremen (2:1) ein Plakat aus: ,,Nicht mal Ottmar wird mit LEV Meister!“
Unterhaching 2000: Daums Meistertitel zerbricht
Am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 verliert Bayer in Unterhaching 0:2 — der FC Bayern wird Meister.
Unterhaching - Schwarz schafft Distanz: Wenn jemand nach der Herkunft des Begriffs ,,Vizekusen“ forscht, so wird er auch am 20. Mai 2000 fündig. Mit drei Punkten vor dem FC Bayern, aber mit der schlechteren Tordifferenz, geht Bayer Leverkusen ins letzte Spiel bei Neuling Spvgg. Unterhaching.
Nach dem 4:1 am 33. “ Die Münchner Vorstädter wollen den Rheinländern unbedingt eins auswischen – und dem großen Nachbarn FC Bayern helfen. So kommt es, wie es kommen muss. Verkniffen und in dunklen Anzügen sitzen die Bayer-Bosse Reiner Calmund und Rudi Völler auf der Tribüne des engen Sportparks in Unterhaching.
Irgendwie scheint sie ein ungutes Gefühl beschlichen zu haben. Die Bayern üben mit einer frühen 3:0-Führung im Parallelspiel gegen Werder Bremen Druck auf Leverkusen aus. “ Der weiße Auswärtsdress wird nicht zum Meistertrikot. Warum?
Weil erst Michael Ballack ein kapitales Eigentor unterläuft, Haching-Keeper Gerhard ,,Gerry“ Tremmel hält, als würde er von Uli Hoeneß Geld bekommen und Ex-Bayer Markus Oberleitner Leverkusen mit dem 2:0 die Meisterschale weggeköpft. Dass Daum und sein Sohn Marcel anschließend auf der Tribüne weinen, bekommen die Hachinger Helden nicht mehr mit.
Fast-Abstieg 1995/96: Münch rettet in der Schlussphase
Am 34. Spieltag fehlen acht Minuten zum Absturz, als Markus Münch das 1:1 gegen Kaiserslautern erzielt.
Die Fast-Abstiegs-Saison 1995/96: Peinlicher geht es unterm Bayer-Kreuz seltener zu als in der ersten Spielzeit mit 3-Punkte-Regelung. Am 34. Spieltag kommt es im Haberland-Stadion zum ,,Abstiegs-Endspiel“ gegen den 1. FC Kaiserslautern. Minuten vor dieser unglaublich brisanten Partie taucht der von Bayer beurlaubte Skandal-Profi Bernd Schuster im Stadion auf.
Er stellt seinen Mercedes demonstrativ auf dem Spielerparkplatz ab und sagt ,,Ich will hier nur Fußball gucken.“ Ein Affront, Bayer liegt mit dem ,,blonden Engel“ im Rechtsstreit, aber eben auch ein typischer Schuster. Lautern, das dieses Spiel unbedingt gewinnen muss, führt bis in die Schlussphase mit 1:0 durch Pavel Kuka. Bayer Leverkusen wäre somit abgestiegen!
Acht Minuten vor dem Ende rettet Markus Münch nach einem unsauber herausgespielten Konter – Leverkusen gibt nach einer Spielunterbrechung wegen Behandlung eines eigenen Spielers den Ball nicht an den FCK zurück, sondern behält ihn in die eigenen Reihen – die Rheinländer mit dem 1:1-Ausgleich. ,,Bei diesem Spielstand“, so Münch später in 11 FREUNDE, ,,ging es um alles, um Millionen, um die Zukunft des Vereins. Da gibt es kein Fair Play.“ Pech für alle Leverkusen-Hater. Dieser Treffer verhindert wohl den längerfristigen Absturz des ,,Plastikklubs“ vom Rhein.
1995/96 ist dennoch ein Fest für alle Gegner der ,,Bayer-Löwen“.
36 Punkte: schlechteste Ausbeute der 3-Punkte-Ära
Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel ist 36 Zähler die schwächste Bilanz, die Bayer je einfuhr.
Die schlechteste Bayer-Ausbeute der 3-Punkte-Ära: 36 Zähler – schlechter ist Leverkusen nur in der Saison 1981/82, als man mit umgerechnet 34 Punkten in die Relegation muss.
14 Remis — die zweitmeisten Unentschieden der Klubhistorie
Nur eine Saison toppt die 14 Unentschieden in der Bundesliga-Historie der Werkself.
Die zweithöchste Zahl an Unentschieden: 14 Remis kosten Bayer beinahe den Kopf. Nur 1989/90 (15 Unentschieden) spielt man in der Bundesliga noch häufiger Remis.
Schlechteste Heimbilanz: 20 Punkte aus 17 Spielen
In keiner anderen Saison sammelte Bayer 04 daheim weniger Zähler als in dieser einen Spielzeit.
Die schlechteste Heimbilanz aller Zeiten: Nur 20 Punkte holt die Bayer-Elf aus 17 Heimspielen.
Wenigste Heimsiege: nur vier in einer Saison
Vier Heimsiege gegen Rostock, 1860, Frankfurt und Uerdingen — mehr ist in dieser Spielzeit nicht drin.
Wenigste Heimsiege aller Zeiten: Nur viermal gelingt Bayer ein Sieg – gegen Hansa Rostock (2:0), 1860 München (2:1), Eintracht Frankfurt (2:0) und KFC Uerdingen (2:1).
B04 im Liga-Vergleich
Das verlorene Finale von Düsseldorf
Ein Endspiel, ein Gegner, drei Gegentore: Wie sich Leverkusens Vizekusen-Akte 2020 in Düsseldorf um ein weiteres Kapitel verlängerte.
Europa-League-Finale 2020: 2:3 gegen Inter Mailand
Unter Peter Bosz verliert Bayer 04 das Europa-League-Finale 2020 — der nächste Eintrag in der Vizekusen-Akte.
Das Europa-League-Finale 2020, noch unter Peter Bosz, geht 2:3 gegen Inter Mailand verloren — ein weiterer Fast-Titel in der langen „Vizekusen"-Historie. Doch seit 2024 gibt es für Leverkusen-Hater nichts mehr zu holen.
B04 — Financial Stability Score
Double-Saison und Wirtz-Transfer haben die Bilanz auf den stärksten Stand der Clubgeschichte gebracht. Aber: Das Geschäftsmodell steht und fällt mit Bayer AG. Wenn der Konzern — in der tiefsten Krise seit Bestehen — das Fußball-Engagement hinterfragt, hat Leverkusen keine alternative Erlösbasis. Die Bilanz zeigt einen Top-4-Club; die Konzernabhängigkeit zeigt eine Werkself.