In zwei Spielen fünf Punkte Vorsprung vergeigt: Die Saison 2001/02 sieht Bayer Leverkusen drei Spieltage vor dem Ende eigentlich schon als Meister. Fünf Punkte beträgt der Vorsprung auf Verfolger Borussia Dortmund, was soll da noch schiefgehen? Kurz gesagt: So ziemlich alles!
Eine zu lässige Heim-Vorstellung gegen Werder Bremen (1:2) mit einem verschossenen Elfmeter von Keeper Hans-Jörg Butt und dann ein 0:1 beim abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg! Dortmund gewinnt seine beiden Spiele gegen Köln und in Hamburg (2:1 u. 4:3) und zieht an Bayer vorbei. Vor dem letzten Spiel gegen die Hertha hat es der ,,ewige Zweite“ nicht mehr in der eigenen Hand.
Mit leichenbitterer Miene sitzen Manager Reiner Calmund und Trainer Klaus Toppmöller im Presseraum des Nürnberger Stadions. ,,Et is in unserer Gesellschaft nun mal so, dass nur Titel zählen“, sinniert Calmund, ,,und wenn du keinen Titel holst, dann kannst‘ das Ding abhaken!“ Stimmt. Dortmund wird Meister, Bayer Zweiter, Haken dran. ,,Vizekusen“ – und ein Fest für Spötter. Im Dortmunder Westfalenstadion rollen sie vor dem Finale gegen Bremen (2:1) ein Plakat aus: ,,Nicht mal Ottmar wird mit LEV Meister!“