Kapitel 05

Schlüsselfiguren

Diese Typen prägen den Verein
3 Min. LesezeitAktualisiert: März 2026
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Reiner Calmund: „Don Calli“. Er „erfindet“ Bayer 04 Leverkusen sozusagen. Der korpulente Mann aus dem Erftkreis hat dem Werksklub bis zu seinem Ausstieg 2004 fast 30 Jahre seines Lebens verschrieben. Als Jugendleiter, Jugendtrainer, Stadionsprecher und XXL-Manager. Der DFB-Pokalsieg 1993, Ausbau der BayArena auf 22.500 Plätze inklusive Hotel (1998), der Aufbau einer hervorragenden Scouting-Abteilung, die reihenweise brasilianische Stars und junge Spieler aus dem Rheinland unters Bayer-Kreuz holt, das Champions-League-Finale 2002 in Glasgow – nur einige Meilensteine in Calmunds Lebenswerk. „Bayer ist mein Lebensmittelpunkt“, sagt Calmund 2003 kurz vor seinem überraschenden Abschied, „ich war in meinem Klub schon alles, ausgenommen aktiver Spieler. Ich habe den Aufstieg miterlebt und natürlich die Höhepunkte auf der europäischen Fußball-Bühne.“

Ulf Kirsten – „Der Schwatte“. Der Stürmer aus Sachsen gehört zu den berühmten DDR-Transfers, die von Bayer-Original Wolfgang Karnath eingefädelt werden. Der Mitarbeiter von Bayer Leverkusen, als „rechte Hand“ von Calmund mit einem legendären Ruf in der Branche bekannt, der schon den Deal mit Andreas Thom von BFC Dynamo Berlin eingefädelt hat, angelt für Bayer auch den bei Dynamo Dresden spielenden Angreifer. Ulf Kirsten wird zum erfolgreichsten Torjäger der Neunzigerjahre und gewinnt 1993, 1997 und 1998 die Torjägerkanone. In 350 Bundesligaspielen zwischen 1990 und 2002 kommt er auf 181 Tore und ist damit siebtbester Torschütze der Bundesligahistorie (Stand: Dezember 2019).

Rudi Völler: Vom Rückkehrer zur Bayer-Legende. Dass der weit gereiste Weltstar, der in Frankreich und in Italien Erfolge gefeiert hat, mit 34 in die Bundesliga zurückkehrt, gilt als Sensation und als echter Coup von Bayer-Macher Reiner Calmund. Am 23. August 1994 ist der Deal mit Olympique Marseille perfekt und Rudi Völler wechselt zu Bayer Leverkusen. „Ich wollte eine Mannschaft mit großen Ambitionen“, begründet er in der TV-Sendung Ranissimo diesen Schritt, „und die hat Bayer, man will viel erreichen. Ich traue mir noch einige Törchen zu.“ Damit untertreibt der gute Rudi. In 62 Liga-Spielen trifft der legendäre Mittelstürmer bis zu seinem Abschied 1996 noch 26-mal.

Rudi Völler Bayer-Ikone Leverkusen 2019
Eine prägende Bayer-Ikone: Rudi Völler am 10. November 2019. Foto: Imago Images/Hübner

Rüdiger Vollborn: Der Rekord-Spieler. Zwar hat der Torhüter aus Berlin nie ein A-Länderspiel für Deutschland gemacht, doch als U20-Junioren-Weltmeister von 1981 wird Rüdiger Vollborn dennoch unsterblich. Damals spielt der von Blau-Weiß 90 Berlin verpflichtete Keeper noch in der Jugend von Bayer 04 Leverkusen. Vollborn avanciert mit 472 Pflichtspielen, davon 401 in der Fußball-Bundesliga, zum Rekordspieler von Bayer 04 Leverkusen. Einen weiteren Rekord hält er ab 1993 über mehr als 25 Jahre. Die Erfolge im UEFA-Pokal 1988, als Vollborn im Final-Rückspiel gegen Espanyol Barcelona einen Elfmeter hält, und im DFB-Pokal 1993 in seiner Geburtsstadt Berlin gegen Herthas Amateure (1:0) machen ihn zum einzigen Spieler, der mit Bayer 04 Leverkusen zwei Titel gewinnen kann. Vollborn ist auch nach dem Karriere-Ende (2000) dem Verein des Bayer-Konzerns verbunden. Er wird Experte und Co-Kommentator beim „Werkself Radio“, führt die Stadion-Tour und das Vereinsarchiv und prägt einen bis heute legendären Spruch: „Der Torwart ist der Arsch, das kann man auch nicht ändern.“

Erich Ribbeck: Der „Sir“. Der Rheinländer, dem der Boulevard wegen seiner gesetzten Ausdrucksweise („Helmer hat sozusagen Gewicht gemacht – auf Deutsch: Er hat erbrochen“) den Spitznamen „Sir Erich“ verpasst, kommt 1985 zum Bayer-Klub. Ribbeck, zuvor u. a. als Assistent von Bundestrainer Jupp Derwall Vize-Weltmeister 1982, und Trainer der deutschen Olympia-Mannschaft in Los Angeles 1984, betreut Bayer 04 in der Folgezeit in zwei Amtsperioden in insgesamt 171 Pflichtspielen. Nur Aufstiegstrainer Willibert Kremer (212) und Christoph Daum (185) leiten mehr Spiele der Leverkusener Mannschaft. Ribbeck holt mit Tita den ersten Brasilianer zu Bayer und führt das Team 1987/88 über die Stationen Austrian Wien (5:1 in der Addition), FC Toulouse (2:1), Feyenoord Rotterdam (3:2), FC Barcelona (1:0), Werder Bremen (1:0) und in den Finalspielen gegen Espanyol Barcelona (0:3, 3:0 n. V., 3:2 n. E.) mit dem Gewinn des UEFA-Pokals zum größten internationalen Erfolg der Klub-Historie. Nach Ausflügen als Sportchef des Hamburger SV 1988/89, Repräsentant der Firma Opel und Coach des FC Bayern München (1992/93) übernimmt Ribbeck Bayer Leverkusen 1994 ein zweites Mal. Die Amtszeit bleibt jedoch erfolglos, Ribbeck muss im April 1996 die Entlassung hinnehmen. Sein Assistent Peter Hermann rettet Bayer vor dem Abstieg. Nach einem mehr als schwachen Comeback als Bundestrainer 1998 bis 2000 zieht sich Ribbeck als Pensionär nach Teneriffa zurück. Nochmals in Leverkusen sieht man ihn am 33. Spieltag der Saison 2018/19, mit den Legenden aus 40 Jahren Bayer 04 in der Bundesliga.

Xabi Alonso revolutionierte den Fußball in Leverkusen. Der ehemalige Weltklasse-Mittelfeldspieler übernahm das Team im Oktober 2022 als Tabellen-Vorletzter und machte daraus innerhalb von anderthalb Jahren den dominantesten Verein Deutschlands. Sein Spielstil – ballbesitzorientiert, positionell flexibel, mit hohem Pressing – war eine Offenbarung. Als halb Europa ihn abwerben wollte, blieb er. Dieser Moment wurde zum Symbol.

Florian Wirtz entwickelte sich zum vielleicht größten deutschen Talent seit Jahrzehnten. Mit 21 Jahren hatte er bereits 50 Bundesliga-Tore erzielt und war Stammspieler der Nationalmannschaft. Granit Xhaka, von Arsenal gekommen, wurde zum Taktgeber und Anführer auf dem Platz.

Alle Kapitel: 01. Prolog 02. Good to Know 03. Für die Hater 04. Für die Lover 05. Schlüsselfiguren 06. Personae Non Gratae 07. Tragisch 08. OMG — Oh My God 09. Fun Facts 10. Special Moments 11. Weise Worte 12. Steckbrief [Annex]
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