SteckbriefAnnex
Steckbrief – Daten, Fakten und Ereignisse
Im Februar 1903 schreibt Wilhelm Hauschild einen Brief an die Chefs der Bayer AG. Unterzeichnet von 170 Arbeitern bittet er darum, einen konzerneigenen Sportverein gründen zu dürfen. Das Unternehmen willigt ein, am 1. Juli 1904 kommt es zur Gründung des Turn- und Spielverein 1904 der Farbenfabrik, vormals Friedrich Bayer Co. Leverkusen (kurz TUS 04). Erster Vorsitzender des Vereins wird ein alter Soldat, der Major a. D. Albert Mandel, der seit 1903 Wohlfahrtsdirektor im Werk ist. Am 31. Mai 1907 wird in der Gaststätte Wiesdorfer Hof an der damaligen Kurtekottenstraße (heute Titanstraße) die Fußballabteilung des Vereins gegründet. Im Jahr 1933 tragen die Spieler anlässlich eines Aufstiegsspiels gegen Solingen 95 erstmals das Bayer-Kreuz auf ihren Trikots.
Von 1949 bis 1975 pendelt der Verein in diversen Ligen unterhalb des Profibereichs. In der Saison 1974/75 qualifiziert sich Bayer Leverkusen für die Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. In einer Gruppe mit Arminia Hannover (Meister der Verbandsliga Nord) und Union Solingen (Meister der Verbandsliga Niederrhein) schafft das Team mit einem Sieg in Hannover, einer Niederlage in Solingen und zwei Heimsiegen gegen beide Gegner im Mai 1975 den Aufstieg. Im 75. Jahr des Bestehens gelingt im Frühjahr 1979 der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga, der Bayer 04 seitdem ununterbrochen angehört. Die Bundesligamannschaft von Bayer Leverkusen trägt den Spitznamen „Die Werkself“. Länger als Bayer Leverkusen sind seit 1979 nur der FC Bayern München und Borussia Dortmund in der Bundesliga vertreten (Stand: Dezember 2019).
Bayer 04 Leverkusen trägt seine Heimspiele in der BayArena aus, die bis zur Umbenennung 1998 Ulrich-Haberland-Stadion hieß und 30.120 Zuschauern Platz bietet. Dass Bayer Leverkusen nicht gegen die „50 + 1″-Regelung im deutschen Fußball verstößt, wonach ein einzelner Kapitalanleger keine Stimmenmehrheit bei einem Verein besitzen darf, beruht auf der Gründung der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH zum 1. April 1999 (vor Wirksamwerden der 50 + 1 Regel). Das Fußballunternehmen aus Leverkusen entsteht durch Ausgliederung der Lizenzspielerabteilung des Turn- und Sportverein Bayer 04 Leverkusen e. V. Da die Bayer AG den Verein zuvor mehr als 20 Jahre lang gefördert hat, darf sie durch eine Ausnahmeregelung von der 50+1-Regel – über die Erste K-W-A Beteiligungsgesellschaft mbH – alle Anteile an der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH übernehmen. Es ist die so genannte „Lex Leverkusen“ bzw. „Lex Wolfsburg“, da eine gleiche Ausnahmeregelung auch für den von Volkswagen subventionierten VfL Wolfsburg gilt. Ähnlich verhält es sich mit der TSG Hoffenheim, anders mit RB Leipzig.14
14. Siehe hierzu die Dossiers über den VfL Wolfsburg und RB Leipzig.↩
Am 14. April 2024 wurde Bayer 04 Leverkusen zum ersten Mal in seiner Geschichte Deutscher Meister – und das ungeschlagen. 28 Siege, 6 Unentschieden, 0 Niederlagen in der Bundesliga. Dazu der DFB-Pokal-Sieg und das Erreichen des Europa-League-Finales. Das Double aus Meisterschaft und Pokal beendete Jahrzehnte des „Vizekusen"-Spotts auf einen Schlag.
