Akte Bayer 04 Leverkusen
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Momente Dramatische Wendepunkte

Der unsportliche Einwurf, der Leverkusen rettet

Paulo Sergio gibt den Ball nach Kadlecs Aus nicht an den FCK zurück — Münch jagt den Abpraller zum 1:1 ins Eck.

Ausgerechnet der Kurpfälzer Münch, der nach dieser Katastrophen-Saison zurück zum FC Bayern München wechselt, leitet für das unter Schock stehende Bayer-Team die Wende ein. Er foult Marschall im Mittelfeld. Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg) gibt zwar Freistoß, wittert zehn Minuten vor dem Ende aber Zeitspiel und unterbricht nicht.

Um eine Behandlung zu ermöglichen, schießt FCK-Libero Miro Kadlec den Ball ins Aus. Der Brasilianer Paulo Sergio pfeift auf das Fair Play. Er gibt den Ball beim Einwurf nicht zu den Kaiserslauterern zurück, wie das handelsüblich ist.

Nein, Sergio wirft das Leder zu Torhüter Heinen. Der bringt den Ball – unter den Pfiffen der mehreren Tausend Lautern-Fans im Stadion – noch einmal wuchtig nach vorn. Völler gibt zu: „Das war nicht die feine englische Art.“ Er legt den Ball von links klug zurück auf Mike Rietpietsch.

Dessen Distanzschuss aus mehr als 20 Metern kann FCK-Torhüter Andreas Reinke nur zur Seite abwehren. Münch ist zur Stelle, jagt das Ding mit rechts aus fünf Metern ins lange Eck – und hämmert dann jubelnd mit den Fäusten auf den Boden. Erster Gratulant ist Rudi Völler, der den Torschützen gar nicht mehr loslassen will.

Auf der Tribüne wuchtet sich Reiner Calmund jubelnd nach oben, während der stille Fußball-Abteilungsleiter Kurt Vossen († 2007) dem Ganzen noch nicht traut.

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