Akte Bayer 04 Leverkusen
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Rinus Michels und das Leverkusener Mittelmaß

Calmunds Coup von 1988 endet nach 24 Spielen: Der Europameister-Trainer findet am Rhein keine Stars, an denen er scheitern könnte.

Rinus Michels – Der unnahbare „General“. Die Verpflichtung des amtierenden Europameister-Trainers von 1988 scheint ein erster „Coup“ für den neu installierten Manager Reiner Calmund zu sein. Der Holländer ist am Rhein kein Unbekannter.

Vor seiner Berufung zum „Bondscoach“ des niederländischen Fußball-Verbandes (KNVB) im Jahr 1986 arbeitet er schon einmal in der Bundesliga, beim Leverkusener Rivalen 1. FC Köln. Michels ist schon bei seiner Ankunft in Köln 1980 der bestbezahlte Trainer der Liga. Der DFB erkennt seine niederländische Trainer-Lizenz erst nach einigem Zögern an.

Bei der Kölner Mannschaft, die mit Stars wie Klaus Allofs, Rainer Bonhof, Pierre Littbarski und Toni Schumacher nur so gespickt ist, kommt seine autoritäre Art ebenso wenig an wie auf der anderen Rheinseite in Leverkusen. „Rinus Michels konnte nie nett sein“, sagt der frühere Kölner Torwart Toni Schumacher heute über den Zuchtmeister aus den Niederlanden, so eine Art Louis van Gaal der Achtziger. In Leverkusen ist für den „General“ nach 24 Spielen Schluss.

„In Köln bin ich an den Stars gescheitert. In Leverkusen daran, dass keine Stars da sind“, fällt Michels nach seinem „Aus“ ein ernüchterndes Urteil über den amtierenden UEFA-Cup-Sieger, „die Spieler hier sind viel zu brav für das Fußballgeschäft. Die Mannschaft ist einfach nur Mittelmaß.“

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