Akte Bayer 04 Leverkusen
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Roger Schmidt und die neunminütige Stille

Der Sauerländer löst 2016 die erste trainerverursachte Spielunterbrechung der Bundesliga aus — und übersteht auch Nagelsmann nicht.

„Schmidteinander“ auf der Tribüne. Der Sauerländer Roger Schmidt gilt zeitweise als High Flyer der deutschen Trainergilde, als er 2014 als amtierender österreichischer Meister (mit RB Salzburg) bei Bayer 04 Leverkusen unterschreibt. Nicht zu Unrecht, denn unter Schmidts Regie startet die Bayer-Elf fulminant mit einem 2:0-Auswärtssieg bei Borussia Dortmund in die Saison.

In der Rückrunde bleibt man 528 Minuten ohne Gegentor, ein Vereinsrekord. Die Affäre zwischen Bayer 04 und Schmidt wird erst ab der zweiten Saison, 2015/16, zum Riesen-Missverständnis. Am 21. Februar 2016 sorgt Schmidt für die erste, von einem Trainer verursachte Spielunterbrechung in der Bundesliga-Geschichte.

Während des Heimspiels gegen Borussia Dortmund (0:1) schickt ihn Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) aus dem Innenraum. Der sture Sauerländer weigert sich aber, auf die Tribüne zu gehen, wonach Zwayer ebenfalls auf stur stellt und die Partie für neun Minuten unterbricht – bis Schmidt dem Verweis nachkommt. Die Folge: Wegen „unsportlichen Verhaltens“ sperrt der DFB Roger Schmidt für fünf Bundesliga-Spiele und verhängt eine Geldstrafe von 20.000 Euro.

Seinen nächsten Innenraum-Verweis kassiert Schmidt am 2. Oktober 2016 bei der 0:3-Bundesliga-Heimspielniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim, als er den gegnerischen Trainer Julian Nagelsmann verbal attackiert. Schmidt, ohnehin unter Beobachtung des DFB, wird erneut gesperrt. Ohne sein Mitwirken muss Bayer eine historische Pokal-Pleite beim Drittliga-Aufsteiger Sportfreunde Lotte hinnehmen.

Nach dem 2:6 beim Borussia Dortmund, also da, wo Schmidts Höhenflug mit Bayer angefangen hat, ist am 5. März 2017 Schluss mit dem „Schmidteinander“. Bayer Leverkusen trennt sich von Roger Schmidt.

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