Dämlich ist, wenn man sich selbst überführt. ,,Der verschnupfte Daum“ - so bringt Bayern-Macher Uli Hoeneß im Oktober 2000 den Stein ins Rollen. ,,Wenn unwidersprochen über den „verschnupften Daum“ geschrieben werden kann“, so ist es Hoeneß mit Blick auf seinen Erzrivalen aufgefallen, ,,dann darf er nicht Bundestrainer werden.“ Im Sommer 2001 soll Christoph Daum – mit 144 Bundesliga-Spielen Rekord-Trainer bei Bayer Leverkusen – das Amt des DFB-Bundestrainers übernehmen. Dazu kommt es nie. Daum, von der Lawine der Spekulationen des Boulevards über seine angebliche Kokain-Sucht ebenso überrollt wie sein Mentor Calmund (,,Junge, wenn Du krank biss, verzeih ich Dir!“), geht in die Offensive.
Sein Pech: Er liefert damit selbst den Beweis, den niemand explizit von ihm eingefordert hat. Daum lässt in Köln eine Haar-Analyse machen (,,Ich tue das, weil ich ein absolut reines Gewissen habe“) und überführt sich damit selbst. Die Haarprobe wird positiv auf Kokain getestet, Daum ist blamiert.
Er flieht nach Florida und kehrt im Januar 2001 mit einer denkwürdigen Pressekonferenz in Köln – einer Sternstunde der Spaßgesellschaft – zurück. ,,Das mit der Haarprobe, das muss ich im Nachhinein sagen, war ein Fehler“, sagt Daum grinsend. Könnte man so sehen, ja…